Gottesdienstordnung

 

In der „St. Andreaskirche“ Bad Salzungen und in der „St. Kiliankirche“ Bad Liebenstein werden keine Gottesdienste gefeiert.
Auch die Gemeinderäume sind geschlossen. Wie lange diese Maßnahme dauert, ist zur Zeit nicht absehbar.

Ich ermutige alle den Sonntag gemäß ihren Möglichkeiten zu heiligen.
Feiern sie in den Familien und als Alleinstehende das Hausgebet
Anregungen dafür gibt es viele im Gesangbuch Gotteslob.

Die St. Andreaskirche ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet zum persönlichen Gebet. Es können Opferlichtkerzen entzündet werden.
Die Osterlichtstumpenkerzen für 2020 liegen zum Erwerb in der Kirche aus.

In persönlichen Anliegen und Sorgen wenden sie sich bitte an das katholische Pfarramt
Tel. 03695/603551

 

Brief vom Bischof

Liebe Mitchristen,
„Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen.“ Dieses Lied Martin Luthers singen
auch katholische Christen in der Komplet, dem Abendgebet der Kirche. Wir wissen,
dass unser Leben jederzeit bedroht ist durch Krankheiten, Unfälle oder Katastrophen.
Trotzdem gehen wir beim Aufstehen davon aus, dass wir am Abend wieder
ins Bett gehen werden. Diese selbstverständliche Zuversicht ist durch das Corona-
Virus erschüttert – nicht nur für Einzelne, sondern für die ganze Gesellschaft. Eine
unheimliche Angst breitet sich aus. Die gravierenden Pandemie-Maßnahmen, der
Behörden lähmen nicht nur das gesellschaftliche Leben, sondern auch die Lebensfreude und die Lebenszuversicht.
Sie legen aber auch einen grundlegenden Wert unserer Gesellschaft frei: die Solidarität.
Das Virus macht nicht halt vor Landesgrenzen und gesellschaftlichen Milieus, es
unterscheidet nicht zwischen politischen Systemen und Parteien ergreift alle Religionen
oder Hautfarben. Wir sitzen alle im selben Boot der Erde. Das fordert unsere
Solidarität, zurzeit besonders mit älteren und kranken Menschen und mit allen, die in
Arztpraxen und Krankenhäusern arbeiten. Diese Solidarität erfordert die Einhaltung
der behördlichen Maßnahmen. Ich hoffe und bete, dass diese Solidarität in unserer
Gesellschaft nicht zerbröckelt, sondern wächst, und dass jetzt nicht die Not anderer
übersehen wird, vor allem der geflüchteten Menschen in Syrien, in der Türkei und in
Griechenland.
Das Verbot öffentlicher Veranstaltungen oder die Begrenzung der Teilnehmerzahl
trifft uns sehr hart. Gerade jetzt in Zeiten dieser unheimlichen Angst bräuchten wir die
Gemeinschaft der Gläubigen im Gottesdienst und die Gewissheit der Gegenwart Jesu
Christi in den Sakramenten. In der Fastenzeit nehmen wir uns normalerweise
mehr Zeit für unseren Glauben bei Andachten, Bildungsveranstaltungen oder Besinnungstagen, die jetzt vielerorts ausfallen müssen. Wo öffentliche Veranstaltungen
ganz verboten sind, müssen die Priester privat zelebrieren. Ich möchte die Priester
daran erinnern, dass wir die Sonntagsmesse immer für alle uns anvertrauten Gläubigen
feiern, auch für die, die nicht da sind. Sie können einzelne Gläubige hinzuziehen,
bis zum Ende der behördlichen Maßnahmen aber auch alleine zelebrieren (Can. 904
CIC) Für die Gläubigen ist die Sonntagspflicht bis zum Ende der behördlichen Maßnahmen ausgesetzt.
Es fällt mir als Bischof sehr schwer, diese Sätze zu schreiben. Haben nicht die Bischöfe
in Pestzeiten zu Gottesdiensten und Bittprozessionen aufgerufen? Haben wir
das Gottvertrauen verloren? Ich werde heute Mittag zum Hülfensberg wallfahren, um
den gekreuzigten Herrn Jesus Christus, den „Gehülfen“, um seinen Beistand für uns
alle zu bitten. Ich werde ihn anflehen, dass wir dort bald nach dem Ende der behördlichen Maßnahmen ein Fest der Befreiung feiern können. Bis dahin kann ich aber die Erkenntnisse der Wissenschaftler nicht in den Wind schlagen und bitte Sie alle um die geforderte Solidarität. „Not lehrt beten.“ Auch unser Gebet ist eine wichtige Form
der Solidarität. Wo Veranstaltungen mit wenigen Teilnehmern erlaubt sind, können
Sie auch werktags zur Eucharistiefeier zusammenkommen. Sie können zu Hause
gemeinsam beten. Auf der Homepage unseres Bistums ist eine kleine Hausandacht
vorgeschlagen, die dazu einlädt, die Hauskirche neu zu entdecken. Gottesdienste,
die im Fernsehen, im Radio oder im Internet übertragen werden, bieten die Möglichkeit,
gemeinsam im Geist zu beten: „Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns
in allem Leiden. Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten.“
(GL 453)
Es segne und behüte Sie alle der freifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist.

Ihr Bischof Ulrich Neymeyr